Strommarktanalyse August 2026

Für Strom- und Gaspreise gab es im August auf ganzer Front nur eine Richtung: nach oben.

Spotmarkt

Auch der letzte Sommermonat brachte für einen August sehr viel Solareinspeisung mit sich, war zu warm (1,9 Grad) und zu trocken. Auch der Wind ließ sich erneut nicht lumpen. Trotzdem ist die fossile Stromerzeugung leicht gestiegen, weil die Solarstromerzeugung jahreszeitbedingt absolut abgenommen hat. Der EE-Anteil lag bei 69,3%. Der Exportsaldo war fast ausgeglichen.

Die Gaspreise am Spotmarkt sind weiter deutlich gestiegen, im Monatsmittel auf 61,95 €/MWh; inzwischen liegen die Preise über 70 €/MWh. Auch die Kohle- und CO2-Preise sind weiter gestiegen. Im Mittel ergab das einen Spotpreis von 126,89 €/MWh; das sind nochmal gut 20 €/MWh mehr als im Juli – und 50 €/MWh mehr als im August 2025. Immerhin hatte der Terminmarkt noch etwas mehr erwartet. Aufgrund der geringeren Solareinspeisung haben Überschusspreise und negative Preise weiter abgenommen, aber von letzteren gab es immer noch in Summe ca. 55 Stunden. Der Profilfaktor für PV-Strom ist mit 0,511 kaum verändert im Vergleich zum Juli und auch nicht im Vergleich zum August 2025. Der Profilfaktor für Onshore-Wind hingegen ist auf stolze 0,967 gestiegen.

Terminmarkt

Die Lage am Gasmarkt ist unverändert. Die Befüllung der Gasspeicher geht im Schneckentempo voran, so dass die 80% Füllstand bis zum 01. November nicht erreicht werden. Der politische Streit um Eingriffe des Staates gewinnt an Fahrt. Die Gaspreise steigen, aber in Asien eben auch, so dass nicht mehr LNG nach Europa kommt. „Normale“ Liefermengen aus Quatar sind in weiter Ferne. Der Preisanstieg wird weitergehen, aber die Welt nicht unter. Auch am langen Ende wirkt sich die Gasknappheit inzwischen noch stärker aus, das Jahr 2027 liegt bei 52,5 €/MWh. Gleichzeitig setzt die Terminpreisstruktur keinerlei Anreize, Gas kurzfristig zu kaufen und für die Zukunft einzuspeichern.

Am Stromterminmarkt hat sich die Entwicklung der Gaspreise ebenfalls niedergeschlagen. Der Anstieg ist vorne am höchsten und flacht nach hinten ab. Base 2027 kostet inzwischen sogar über 120 €/MWh. Das ist nicht mehr, als sich aus heutiger Sicht für 2026 ergibt. Base 2029 liegt weit über 80 €/MWh, im Vergleich zum Tiefststand im Februar sind das mehr als 10 €/MWh Anstieg, was nicht nur in der Gaspreisentwicklung begründet ist.

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