Strommarktanalyse Oktober 2026

Im Oktober sind die Strom- und Gaspreise im Spot- und Terminmarkt weiter angestiegen, jetzt mit deutlich verschärftem Tempo.

Spotmarkt

Der Oktober war um 1,2 Grad zu warm, insgesamt überdurchschnittlich sonnig und auf Deutschland gesamt gesehen überdurchschnittlich niedrschlagsreich, aber nicht in den Regionen, wo die Wasserkraftwerke stehen. Die Solareinspeisung hat saisonbedingt abgenommen, lag aber wegen der vielen Neuanlagen deutlich über Vorjahresnvieau. Im Gegenzug hat die Windeinspeisung im Vergleich zum September deutlich zugenommen, liegt aber trotz Neuanlagen unter dem überdurchschnittlich hohen Niveau vom Oktober 2025. Da der Strombedarf merklich zugenommen hat, ist die fossile Stromerzeugung, insbesondere die aus Erdgas stark gestiegen; die aus Erdgas aber nicht im Vergleich zum Vorjahresmonat. Ein positiver Exportsaldo hat diesen Effekt verstärkt. Der Anteil der erneuerbaren Energien ist auf 61,5% gesunken.

Die Gasspreise am Spotmarkt sind im Mittel um rund 10 €/MWh auf 86,2 €/MWh gestiegen. Inzwischen haben die Gaspreise auch die 100-€/MWh-Marke durchbrochen. Es wurde hier bereits mit der Analyse des Juli darauf hingewiesen, dass mit dreistelligen Gaspreisen zu rechnen sei. Auch die Kohlepreise haben nochmals deutlich angezogen, CO2 hingen nur minimal auf 86,2 €/EUA im Durchschnitt. Der Anstieg des mittleren Spotpreises für Strom auf 169,3 €/MWh um mehr als 20 €/MWh gegenüber September ist die Folge. Das Niveau ist doppelt so hoch wie im Oktober 2025 und immer noch mehr als vom Terminmarkt erwartet.

Strom in einer offenen Gasturbine zu erzeugen kostet inzwischen viel mehr als 400 €/MWh, so dass Preisspitzen in dieser Größenordnung nicht verwunderlich sind. Es gab nur wenige Knappheitspreise, wenige, leicht negative Spotpreise, aber immerhin 120 Stunden mit Überschusspreisen. Auch Strom aus Kohle liegt kostenseitig inzwischen im dreistelligen Bereich.

In der folgenden Darstellung sind die Tagesdurchschnittspreise für Strom und die täglichen Salden der Residualbedarfe für den Oktober gegenübergestellt. So wie die Windstromerzeugung im Oktobe sehr stark schwankte, schwankten auch der Residualbedarf – bis hin zu EE-Überschüssen im Tagessaldo – und die Spotpreise. An zwei Wochenenden war es sehr windig. während es zum Monatsende zu richtiger Dunkelflaute kam, so dass die Spotpreise im Tagesmittel über 300 €/MWh und in der Spitze über 500 €/MWh betrugen.

Hohe Windstrommengen und eine ungleiche Verteilung ergaben einen Profilfaktor von 0,743 für Wind an Land, weniger als im September, aber mehr als im Oktober 2025. Beim Profilfaktor für Solarstrom war es umgekehrt, der lag mit 0,794 höher als im September, aber niedriger als im Vorjahresmonat.

Terminmarkt

Die angekündigte Eskalation im Iran, die niedrigen Gasspeicherfüllstände, die aktuellen Wetteraussichten, die für Anfang November kaltes und windarmes Wetter sehen, sowie die Entscheidung der Bundesregierung nun doch noch ein wenig in den Markt einzugreifen, haben die Gaspreise nicht nur am Spot sondern entlang der ganzen Terminkurve massiv angetrieben. Selbst 2029 ist nochmals um 5,6 €/MWh gestiegen. Der JKM hält weiterhin Schritt. Derweil haben die Gasspeicherfüllstände mit EU-weit knapp 75% und in Deutschland knapp 62% ihre Höchststände möglicherweise bereits überschritten, denn seit einigen Tagen wird bereits ausgespeichert. Berichten zufolge sind die LNG-Lieferungen aus dem persischen Golf derzeit noch um 70% reduziert. Die weitere Entwicklung ist unklar.

Beim Strom zeigt sich das gleiche Bild wie beim Gas, nur mit größeren Zahlen. Das Jahr 2026 läuft aktuell auf ca. 135 €/MWh hinaus, für 2027 werden 164 €/MWh aufgerufen. Das Jahr 2022 schloss im Spot mit 234 €/MWh, daneben waren noch keine dreistelligen Durchschnittspreise auf Jahresbasis zu sehen. Für 2027 ist vieles möglich. Warum 2029 jetzt allerdings 100 €/MWh kosten soll, erschließt sich nicht.

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