Strommarktanalyse Dezember 2025

Die Spot- und Terminpreise am Strommarkt sind im Dezember 2025 gegenüber dem Vormonat wieder gesunken.

Spotmarkt

Der Dezember 2025 war gegenüber dem langjährigen Mittel sehr sonnig, deutlich zu warm und sehr trocken. Die Solareinspeisung hat deswegen gegenüber dem Vorjahresmonat um rund 50% zugelegt, lag aber immer noch unter der vom November und hat nur ca. 4% zur Verbrauchsdeckung beigetragen. Die Windstromeinspeisung hat zugenommen, lag aber für einen Dezember nicht besonders hoch. Da der Stromverbrauch gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die Importe hingegen gesunken sind, ist die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern nur leicht zurückgegangen; der Rückgang geht zudem ausschließlich auf das Konto von Kohlekraftwerken. Der Anteil der EE-Stromerzeugung ist zwar auf 53,7% wieder angestiegen, liegt aber immer noch auf niedrigem Niveau.

Stromerzeugung und -verbrauch Dezember 2025 Strommarktanalyse Dezember 2025

Anfang des Monats gab es einige Knappheitspreise, die Zahl der Überschusspreise ist angestiegen, aber es gab keine negativen Preise. Auffällig ist, dass erstmals seit Beginn der Gaskrise die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken wettbewerbsfähig zur Kohleverstromung war (die grüne Linie liegt ganz knapp unter der dunklen). Das erklärt den Rückgang der Kohleverstromung. Verantwortlich dafür waren weiter gestiegene CO2-Preise sowie gesunkene Gaspreise, während die Kohlepreise in Euro gleich geblieben sind.

Im Mittel lagen die CO2-Preise bei 84,2 €/EUA, die Gaspreise bei 29,3 €/MWh und die Spotpreise für Strom bei 93,5 €/MWh. Der Profilfaktor für Solarstrom betrug 1,003, das heißt es gab keinen nennenswerten PV-Preistrichter, vielmehr war der Mehrverbrauch an Strom tagsüber größer als die Solarstromerzeugung. Der Profilfaktor für Wind an Land ist auf 0,896 gestiegen, weil der Wind recht gleichmäßig wehte.

Spotpreise Dezember 2025 Strommarktanalyse Dezember 2025

Terminmarkt

Im Dezember sind die Erdgaspreise am Terminmarkt weiter gesunken, wenn auch nicht mehr so schnell. Das Preisniveau liegt jetzt am oberen Rand dessen, was es vor der Gaskrise gab. Die Backwardation ist nur noch schwach ausgeprägt, auch die Preisdifferenz zwischen Sommer und Winter ist gering.

Weder die Kältewelle Ende Dezember/Anfang Januar noch die höhere Gasverstromung noch der deutliche Rückgang der Gasspeicherfüllstände können den Gaspreisen derzeit etwas anhaben. Merkwürdig ist das allemal. Die Speicherstände in der EU sind im Dezember um rund 14% auf 62% zurückgegangen, in Deutschland liegen sie nach einem Rückgang von ca. 10% noch bei 57%. Dabei liegt der Gasverbrauch in der Industrie in der letzten Dekade des Monats niedriger als im Rest des Jahres.

Gaspreise Dezember 2025 Strommarktanalyse Dezember 2025

Anders als noch im November sind im Dezember auch die Strompreise im Terminmarkt wieder gesunken, liegen aber am langen Ende immer noch leicht über denjenigen vor zwei Monaten. Die weiter um rund 2 €/EUA gestiegenen CO2-Preise haben den Markt offenkundig nicht beeindruckt. Die steigende Gasverstromung ist durchaus ein Argument für sinkende CO2-Preise.

Strompreise Dezember 2025 Strommarktanalyse Dezember 2025

Die Risikoprämien, die im November stark gestiegen waren, sind im Dezember zu großen Teilen wieder abgebaut worden. Der Anstieg war doch eher psychologischer Natur. Ob denn der Zubau an EE-Stromerzeugung tatsächlich die Spotpreise im Jahresmittel soweit drücken wird, wie unterstellt, oder, ob nicht die Knappheitspreise, insbesondere im Winter, den Effekt kompensieren, sei dahingestellt.

Risikoprämien Dezember 2025 Strommarktanalyse Dezember 2025

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